Das Besondere an der Palmsonntagsliturgie ist die spürbare Nähe von Tod und Leben, Freude, Jubel und Schmerz. Sie stehen scheinbar nebeneinander da und sind doch in Jesus Christus untrennbar miteinander verbunden. Die Stimmung schlägt um: Als ob gerade eben doch noch alles gut und voll Freude war - und dann kommt die Schriftlesung des Leidens Jesu. An einem Stück würde man sie sich nicht zumuten wollen, doch die Schriftlesung geht unaufhaltsam weiter.
Man will abbrechen: den Verrat beenden oder mit einem Blick auf die freudenvollen Palmzweige zur Schönheit zurückkehren. Doch auf Verrat folgt Verrat, Folter, der Kreuzweg, der Tod.
Und doch will ich die Zumutung dieser spannungsreichen Liturgie nicht missen: Wer dem Tod nicht ausweicht, sondern mit den Augen des Glaubens an der Seite Jesu und aller Leidenden aushält, der wird auch hier den Hauch der Auferstehung spüren. Jesus weicht dem Leiden und Tod nicht aus. Bleiben auch wir an seiner Seite.
